Zur Startseite...   Aargauer Landeskirchen
Römisch-Katholische Kirche im Aargau
Reformierte Landeskirche Aargau
Christkatholische Landeskirche Aargau

info@landeskirchen-ag.ch
www.landeskirchen-ag.ch

Ökumenische Zusammenarbeit im Aargau. Ihre Landeskirchen.

StartseiteKontaktSitemapImpressumSeite druckenSeite weiterempfehlen

Suchen

 

Marsmenschen

Würden wir Marsmenschen taufen, wenn diese morgen mit einem Raumschiff bei uns landen und um die Taufe bitten würden? Papst Franziskus stellte diese Frage vorletzten Donnerstag bei einer Predigt und liess die Antwort offen. Wie kommt der Papst auf Marsmenschen? Vermutlich, weil diese Marsmenschen bleiben, auch nach der Taufe. Das wäre neu. Über Jahrhunderte haben die christlichen Kirchen versucht, Menschen anderer Kultur mit der Taufe auf das europäische Kulturverständnis hin umzuformen. Weisse Christusdarstellungen in Zentralafrika; Brot und Wein in den Reiskulturen Asiens. Für uns Europäer war das kein Problem. Aber nur für uns.

Und nicht nur vor dem Beitrag anderer Kulturen zu unserem Glaubensverständnis haben wir uns lange verschlossen. Wer anders ist oder, wie es in meiner Kirche heisst, „in Sünde lebt“, dem begegnen wir mit Forderungen und Rechtsnormen, statt mit Barmherzigkeit. Die geschieden Wiederverheirateten, die Ehen ohne Trauschein etwa stellen für meine Kirche derzeit noch eine grössere Herausforderung dar, als Marsmenschen.

Warum hat der Papst die Frage nach der Taufe in seiner Predigt offen gelassen? Vielleicht, damit wir nach einer Antwort suchen. Und, falls wir uns damit schwer tun, wieder zur Heiligen Schrift greifen. Dort finden sich Sätze, wie „Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Steppe zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet?“

Wenn Sie vorhin gedacht haben: „Klar, Marsmenschen würde ich taufen“, dann freue ich mich für meine Kirche. Denn dann kann sich noch manches verändern.

Leben sie wohl und eine gute Woche



AutorIn: Gerhard Ruff
Gesendet am: 19. Mai 2014


Beitrag von:

Gerhard Ruff

Der Religionsphilosoph ist jünger, als die Haare weiss machen wollen (Jg. 1965), lebt weniger mönchisch, als der Arbeitsort nahe legt (verheiratet, zwei Kinder) kocht lieber, als man es ihm ansieht; liest schwere Sachen leichter und leichte Sachen schwerer, als man denkt (Heidegger vs. Heimatromane) liebt Sprache, Spaziergänge, Spiele, Kinder, Kirche, Küche; hasst Ausdenker, die nicht eindenken, besinnungslos Fromme und besprechungsfüllende Nichtssager.
Ausserdem hat er einen Sprachfehler: sein heimatliches Bodenseealemannisch ist so weit hinter seine Alltagssprache zurückgetreten, dass er seine Beiträge für 90 Sekunden auf Hochdeutsch sprechen muss. Seit April 2012 koordiniert er die Beiträge für 90 Sekunden.
Sie müssen ihm nicht nur zuhören. Unter 062 892 86 36 können Sie ihm Ihre Meinung länger als 90 Sekunden sagen.

zurück...