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Evangelium der Armen

Vor über dreissig Jahren nahm ich in der grossen Basilika von Weingarten an einem Gottesdienst mit dem brasilianischen Bischof Dom Helder Camara teil. Es war Fastenzeit und er sprach zu uns über die Todsünden und unseren Beitrag für eine gerechtere Welt. Nie zuvor hatte mich eine Predigt so bewegt. Nie zuvor hatte ich erlebt, wie ein kleiner Mann in seiner bescheidenen Art einen Raum mit tausenden von Menschen erfüllen konnte. Der Eindruck dieses Gottesdienstes hat mich durch mein ganzes Theologiestudium begleitet.

Letzte Woche war eine Pilgergruppe unseres Pastoralraumes bei der Generalaudienz des Papstes in Rom. Zehntausende von Menschen unter strahlendem Himmel auf dem Petersplatz, und wieder war dieser Eindruck greifbar, wie ein Mann mit seiner Bescheidenheit und seinem Humor jeden einzelnen Menschen auf diesem Platz zu erreichen vermochte. Wir haben gelacht und gebetet und Hoffnung geschöpft.

Vor fünfzig Jahren am Ende des II Vatikanischen Konzils unterschrieb eine Gruppe von Bischöfen meiner Kirche eine Selbstverpflichtung, die Aussagen enthielt wie: „Wir werden uns bemühen, so zu leben, wie die Menschen um uns her üblicherweise leben (…) Wir verzichten ein für allemal darauf, als Reiche zu erscheinen wie auch wirklich reich zu sein (…) Wir werden weder Immobilien oder Mobiliar besitzen noch mit eigenem Namen über Bankkonten verfügen (…) Wir lehnen es ab, (…) mit Titeln oder Bezeichnungen angesprochen zu werden, in denen gesellschaftliche Bedeutung oder Macht zum Ausdruck gebracht werden (…).“ Dieser sogenannte Katakombenpakt scheint heute wieder seine Kraft zu entfalten. Beten wir, dass der katholischen Kirche dieser Mut zur Bescheidenheit und Aufrichtigkeit an der Seite der Armen erhalten bleibt. Und tun wir etwas dafür.



AutorIn: Gerhard Ruff
Gesendet am: 6. Oktober 2014


Beitrag von:

Gerhard Ruff

Der Religionsphilosoph ist jünger, als die Haare weiss machen wollen (Jg. 1965), lebt weniger mönchisch, als der Arbeitsort nahe legt (verheiratet, zwei Kinder) kocht lieber, als man es ihm ansieht; liest schwere Sachen leichter und leichte Sachen schwerer, als man denkt (Heidegger vs. Heimatromane) liebt Sprache, Spaziergänge, Spiele, Kinder, Kirche, Küche; hasst Ausdenker, die nicht eindenken, besinnungslos Fromme und besprechungsfüllende Nichtssager.
Ausserdem hat er einen Sprachfehler: sein heimatliches Bodenseealemannisch ist so weit hinter seine Alltagssprache zurückgetreten, dass er seine Beiträge für 90 Sekunden auf Hochdeutsch sprechen muss. Seit April 2012 koordiniert er die Beiträge für 90 Sekunden.
Sie müssen ihm nicht nur zuhören. Unter 062 892 86 36 können Sie ihm Ihre Meinung länger als 90 Sekunden sagen.

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