Hohe Werte wie Solidarität und soziale Sicherheit werden zunehmend durch ökonomische Prämissen relativiert. Menschen drohen in unserer Leistungs- und Konsumgesellschaft zu vereinsamen und zu verarmen. Angesichts dieser Tatsachen haben sich die Kirchen im Jubiläumsjahr 1998 (150 Jahre Bundesstaat und 200 Jahre Helvetik) entschlossen, stärker auf diese Entwicklung zu reagieren.
Im Jahr 2000 wurde der Sozialrat der Aargauer Landeskirchen gegründet, im April 2001 fand in Anwesenheit von Regierungsrat Ernst Hasler und Otto Piller, Direktor des Bundesamtes für Gesundheit, eine Auftaktveranstaltung auf der Lenzburg statt.
Der Sozialrat setzt sich zusammen aus Vertretern der drei Aargauer Landeskirchen (Römisch-Katholische Kirche, Reformierte, Christkatholische Landeskirche im Aargau), der Hilfswerke Caritas Aargau und HEKS Aargau/Solothurn, der Pro Infirmis sowie aus Vertretern der Wirtschaft. Der Sozialrat wird finanziell durch die Aargauer Landeskirchen getragen.
Werthaltung
Der Sozialrat versteht sich als ein in ökumenischer Haltung arbeitendes Gremium von Fachleuten. Er setzt sich mit der diakonisch-sozialen Arbeit der Kirchen auseinander. Seine Arbeit ist von einem christlich-humanistischen Menschenbild geleitet und stützt sich auf das Evangelium.
Ziel und Aufgaben
- Der Sozialrat trägt zu einer klaren Positionierung der Aargauer Landeskirchen in diakonisch-sozialen Fragen bei. Er beobachtet das soziale Umfeld im Aargau und leistet durch seine Arbeit einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensverhältnisse von benachteiligten Menschen.
- Der Sozialrat begleitet, unterstützt, fördert und beurteilt die diakonisch-soziale Arbeit der Landeskirchen, der kirchlichen Hilfswerke und anderer den Kirchen nahe stehenden Institutionen.
- Der Sozialrat nimmt zuhanden der Kirchenräte Stellung zu sozialen Fragen und zur sozialen Gesetzgebung im Aargau.
- Der Sozialrat übernimmt im Rahmen seiner Zielsetzung Aufträge der Kirchenräte.
- Der Sozialrat gibt den benachteiligten Menschen in Not eine Stimme, indem er ihre Anliegen aufnimmt und in seine Arbeit miteinbezieht.
Aktivitäten und Projekte
Der Sozialrat als «Gewissen» der Landeskirchen zeigt nach aussen ein «Gesicht», bezieht Position und vermittelt innerkirchlich Anstösse. Dies geschieht mittels Empfehlungen zuhanden der Kirchenräte betr. aktueller Vernehmlassungen (beispielweise Integration von Ausländern, 3. Paket Aufgabenteilung Kanton und Gemeinden, Sozialhilfe- und Präventionsgesetz SPG) sowie der Veröffentlichung des Dossiers «Der Armut auf der Spur» und der Lancierung des Sozialpreises zum Thema «Mensch und Arbeit». Der Sozialrat befasst sich auch mit der Diakonie und ihrer Bedeutung für eine «Kirche der Zukunft».
Mitglieder
- Präsidentin des Sozialrates: Margrit Bühler, Leiterin Herzberg - Haus für Bildung und Begegnung, 5025 Asp
- Ernst Blust, Ingenieur, Präsident des christkatholischen Kirchenrates, Im Chrumbacher 20, 5406 Rütihof
- Regula Kuhn, Leitung Fachstelle Diakonie, Caritas Aargau, Kasinostrasse 25, 5000 Aarau
- Regula Fiechter, Leiterin ad interim HEKS AG/SO, Augustin-Keller-Strasse 1, 5000 Aarau
- Hanspeter Leimgruber, Direktor, Neue Aargauer Bank NAB Wohlen, Schwärziweg 5, 5614 Sarmenstorf
- Hans Peter Mauch, Mitglied des Reformierten Kirchenrates, Buchegg 6, 5614 Sarmenstorf
- Kurt Notter, Unternehmer, Aeschstrasse 46, 5610 Wohlen
- John Steggerda, Geschäftsleiter Pro Infirmis Aargau, Bahnhofstrasse 18, 5001 Aarau
- Josef Stalder-Döbeli, Mitglied des Römisch-Katholischen Kirchenrates, Mühleweg 4, 5614 Sarmenstorf
- Barbara Zobrist, Fachstelle für Schuldenberatung, Effingerweg 11, 5000 Aarau
Geschäftsstelle
Der Sozialrat verfügt über eine Geschäftsstelle im Rahmen von etwa 20% (Sachbearbeitung und Administration).
Geschäftsstellenleiterin: Iris Hörner Badertscher
